Bildmarke - mehr als lernen

Digitale Workshops und Programme — unsere Arbeit in Zeiten von Corona

Von der aktuellen Corona-Krise sind auch wir bei „mehr als lernen“ betroffen. Wegen ausfallender Seminare und Fahrten ist die Situation für „mehr als lernen“ schwierig. Denn, genau wie bei vielen anderen gemeinnützigen Organisationen, sind unsere Förderungen an konkrete Projektergebnisse geknüpft. Ein Teil unseres Teams befindet sich derzeit in Kurzarbeit. Das Bildungs- und Erlebnishaus Fleeth muss vorerst geschlossen bleiben.

Was bei „mehr als lernen“ gerade passiert:

Trotz dieser Herausforderungen arbeitet unser Team derzeit mit viel Energie und Kreativität an der Digitalisierung unserer Programme. Dabei entstehen zum Beispiel digitale Angebote im Bereich „Zukunftsgestaltung“, in dem wir Schülerinnen und Schüler bei ihrer selbstbestimmten Lebensplanung unterstützen. Bereits digital  realisiert wurde auch unsere Jugendleiter/-innenausbildung. Im Bereich „Schule gestalten“ ist die digitale Umsetzung unserer Seminare in vollen Gange. Wir sind sehr gespannt auf Follow-Up-Tage mit den Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Gymnasien. 

Arbeiten mit digitalen Tools

Um unsere Bildungsangebote digital anzubieten, arbeiten wir mit unterschiedlichen digitalen Tools und Plattformen, die den Teilnehmenden ermöglichen miteinander zu interagieren. 

Die Seminare von „mehr als lernen“ basieren immer in hohem Maße auf Partizipation und Mitgestaltung. Für uns liegt also die Herausforderung bei der Digitalisierung unserer Arbeit darin, diesen Aspekt auch online erfolgreich umzusetzen. Wir verwenden deshalb beispielsweise Google Jamboard, mit dem  Schülerinnen und Schüler eigene Zusammenfassungen und Visualisierungen, ähnlich einem Flipchart, erstellen und über verschiedene Funktionen mit anderen teilen können. Mit Mentimeter können wir die Erwartungen und Vorstellungen der Teilnehmenden sammeln und in unsere Seminarplanung einbauen. Ebenfalls unterstützt das Tool Padlet unsere partizipative Herangehensweise an die Seminararbeit. Über Fotos, Textbausteine oder kleine Sprachnotizen können Schülerinnen und Schüler ihr Wissen, ihre Ideen und Ergebnisse auf einer virtuellen Tafel festhalten und miteinander teilen. 

Digitale Jugendleiter/-innenausbildung 

An der digitalen Juleica nahmen 40 Jugendliche aus ganz Berlin teil. Normalerweise fahren wir mit den angehenden Jugendleiter/-innen im Rahmen unserer Angebote für Sozialkompetenztraining auf Klassenfindungstage. Dort begleiten sie jüngere Schülerinnen und Schüler ihrer Schule beim Start in die Oberschule. 

Gemeinsam mit unseren Trainer/-innen erlebten die Teilnehmenden die Inhalte diesmal von zu Hause aus. In vielerlei Hinsicht sind digitale Angebote natürlich sehr inklusiv. Allerdings sind auch hier die Zugangsvoraussetzungen nicht für alle Schülerinnen und Schüler gleichermaßen gegeben. Für die Jugendlichen, die zum Beispiel nicht über Computer oder Laptops verfügten, vermittelten wir Leihgeräte. Wir wollten auch digital unterstützt richtige „mehr als lernen“-Seminare umsetzen. Deshalb wurden die angehenden Jugendleiter/-innen im Vorfeld mit Stiften und Moderationskarten ausgerüstet. So konnten sie von zu Hause aus Inhalte sammeln und gestalten. Dass das bisher so gut geklappt hat, freut uns sehr. 

Über Videokonferenzen lernten sich die Schülerinnen und Schüler kennen und berieten sich darüber wie ein/-e gute Jugendleitung so sein muss. Gemeinsam meisterten sie kooperative Kommunikationsübungen. Sie schauten außerdem zusammen über die Plattform watch2gether den Film „Prinzessinnenbad“ und tauschten sich anschließend über Aspekte des Films aus.

Natürlich fehlte einigen Schülerinnen und Schülern das Gefühl einer gemeinsamen Fahrt.   Wir freuen uns, dass uns trotzdem Begeisterung über die Inhalte unserer Jugendleiter/-innenausbildung, darüber, dass sie trotzdem stattfinden konnte und das über die räumliche Entfernung hinweg entstandene Gruppengefühl zurückgemeldet wurde. Auch uns fehlt natürlich ein bisschen die Unkompliziertheit, die Unmittelbarkeit und die Dynamik, die die Bildungsarbeit mit Gruppen für uns so auszeichnet. 

Die momentane Situation bedeutet für viele Bildungsinitiativen einen Schritt in die Lernzone. Auch für uns ist die Phase des Ausprobierens und Lösungen finden bestimmt noch nicht vorbei. Das tun wir gern. Wir haben vor, unseren Bildungsauftrag und unsere Vorstellung von zeitgemäßer Bildung trotz der nicht ganz einfachen Situation weiterzuverfolgen.